Ausflug zur Halde Haniel oder der Weg durch den Matsch

Am vorletzten Tag des alten Jahres sind wir uns gegenseitig auf die Nerven gegangen. Vor allem die kleine Dame, die war immer noch geflasht von Weihnachten, den vielen Eindrücken und der Böllerei die sich schon vor der Tür abspielte.
Und bevor wir uns gegenseitig die Haare ausgerissen haben, hieß es raus mit der Bande.
Da mein Mann an Weihnachten die Kühne Aussage tätigte wir hätten schon alle Halden im Pott besucht, welches wirklich und bei weitem nicht stimmt. Haben wir beschlossen diese Aussage in die Wirklichkeit zu versetzen.

Die Halde Haniel in Bottrop reizt mich schon seit langem.
Schnell den Ausflugsrucksack gepackt, nein diesmal nicht mit Äpfeln, sondern Mandarinen.
Madame hatte beschlossen das Schlafen etwas für Babys ist und sie nicht mehr schlafen muss, was die allgemeine Laune nicht wirklich besserte. Kaum saß die kleine Dame im Auto schon fielen ihr die Augen zu und sie war eingeschlafen.
In Bottrop an der Halde angekommen, haben wir das schlafende Kleinkind in den Buggy gelegt und sind losgestiefelt.

Durch den vielen regen an den Tagen zuvor, gab es zum Teil große Pfützen und Matschige Wege. Meine Kondition lies schon nach der Hälfte des Weges zu wünschen übrig, zu meiner Entschuldigung kann ich aber sagen, dass der Weg, welchen wir gewählt hatten teilweise schon sehr steil war. Vor allem wenn man einen Kinderwagen vor sich herschieben muss.

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Fast oben angekommen war Madame dann auch wach, wollte aber nicht aussteigen. Was die Sache mit der Halden Besteigung nicht einfacher machte, denn der letzte Rest auf dem Weg nach ganz oben ist entweder sehr steil und mit Buggy nicht machbar, oder man darf einmal Außen rum. An einer riesen Pfütze (welche auch schon als Teich oder kleiner See durchgeht) vorbei und dann wenn der See irgendwann mal wieder weg ist kommt man mit dem Kinderwagen auch wieder besser zum Ziel.

pfeile-haldehaniel_frickeltanteDer Mann hat natürlich den steilen Weg nach oben gewählt und konnte sich oben schon mal umsehen und den Ausblick genießen. Ein paar Fotos hat er auch schon gemacht bevor die Damen der Familie das Dach der Halde erreicht hatten.
Leider war das Wetter nicht auf unserer Seite. Es war grau und diesig. Trotzdem konnte man das Ruhrgebiet von oben ein wenig anschmachten. Wir werden nochmal wiederkommen, wenn es wieder etwas schöner ist.

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Die Eisenbahnschwellen welche die Halde im Halbkreis umranden, passen auf dem ersten Blick nicht so richtig zur Industrie Halde. Aber auf dem zweiten Blick hat es mir super gefallen und die Schwellen durften sich auf den ein oder andere Bild mogeln.

Das Amphitheater, was sich auch auf der Halde befindet, ist jetzt eher etwas öde und hat mir so gar nicht gefallen auch nicht auf den zweiten bis fünften Blick.
Dort finden regelmäßig Kulturveranstaltungen statt.
Da ich keine Opern Besucherin bin muss es mir ja auch nicht gefallen, trotzdem ist es sicher eindrucksvoll auf der Halde einer Oper zu lauschen.

haldehaniel-theater-schwelle-tuerkis_frickeltanteDa es schon langsam aber sicher dunkel wurde und wir schnell nach Hause wollten, hatte mein Mann eine wunderbare Idee. Wir nahmen nicht den Weg, welchen wir nach oben gewählt hatten, sondern einen anderen Weg.
An sich eine super Idee, bis zu dem Teil an dem mein Mann auf die zweiten spitzen Idee kam. Jetzt nahmen wir eine Abkürzung um wieder auf den normalen Weg zu kommen.
Um es vorweg zu nehmen, wir haben den normalen Weg auch wieder betreten. Leider erst kurz bevor wir den Parkplatz wieder erreicht hatten. Voller Schlamm an den Schuhen und völlig nassen Füßen. Wir durften mit nackten Füßen nach Hause fahren. Gott sei Dank war es nicht kalt im Dezember.

sonnenuntergang-haldehaniel_frickeltanteDie Abkürzung war leider nicht befestigt, sondern eher ein Trampelpfad. Da es die Tage vorher ziemlich heftig geregnet hatte war alles schlammig.
Also Kind raus aus dem Buggy, diesen zusammengeklappt und weiter gestiefelt. Madame fand den Matschpfad spitze, denn sie wurde getragen und hat von Papas Arm Anweisungen gegeben. Es war so matschig und rutschig, dass wir echte Probleme mit dem Weg hatten. Um nicht ganz im Matsch zu laufen, haben wir uns teilweise durch das Gestrüpp geschlagen. Trotzdem habe ich zweimal bis zum Knöchel im Schlamm gestanden.
Ich habe so viel geflucht, dass ich schnell über mein eigenes Genöle lachen musste. Nützt ja nichts. Runter mussten wir ja eh, weil es dunkel wurde und unser Proviant aufgegessen war.

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Von diesem Teil des Ausflugs gibt es leider keine Bilder, weder mit der Kamera noch mit dem Handy wollte einer von uns Bilder machen. Wir waren so mit unseren Füßen beschäftig ohne mit dem Hintern im Matsch zu landen. Auf dem Weg nach unten hat die Sonne dann doch mal durch die Wolken geschaut und den Abendhimmel in schönsten pinken und rosa Töne getaucht.

Wie schon oben geschrieben waren wir am Ende unserer Exkursion nass und dreckig aber wir hatten eine Menge Spaß auf unserem Weg.
Und die Erkenntnis, vielleicht hin und wieder mal den normalen Weg zu verlassen und den nicht so befestigten Weg gehen. Dafür aber viel Spaß haben und was erleben.
Das lässt sich auch wunderbar auf das Leben anwenden.

Glück Auf!

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